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HBLFA Rotholz

Zentrum für agrarische Bildung und Forschung

2018 erfolgt der Baustart für die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Lebensmittel- und Biotechnologie Tirol, HBLFA, in Rotholz in Tirol. Die Generalplanung erfolgte durch die ARGE Adamer Ramsauer/Kufstein und BME Architektur/Wien, welche den Zuschlag im Wettbewerb erhalten hat. Vasko+Partner übernahm in Kooperation mit Baumanagement Forstner die Bauherrenbegleitung. Die BHB umfasste die Leistungen Projektsteuerung, Ausschreibung und ÖBA. Als größte Herausforderung beschreibt V+P-Projektleiter Fabian Schütz die kurze Planungsphase für die vielen verschiedenen Nutzungseinheiten wie Schule/Internat, einem hochtechnischen Bauteil „Forschung und Service“ samt Molkerei sowie einer Lebensmitteleinzelhandelsfläche: „Umso beeindruckender war es zu erleben, dass sich über die gesamte Projektdauer jeder seiner Verantwortung bewusst war und ein gemeinsames Ziel verfolgt wurde – viele Hürden wurden gemeistert.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler: „Die HBLFA Tirol ist ein deutliches Bekenntnis des Bundes zur Landwirtschaft im Berggebiet sowie zum Bildungsstandort Tirol.“ Die neue Schule bietet auf rund 24.500 Quadratmeter Nettogrundrissfläche Platz für 13 Klassen und bis zu 400 Schüler. Im Internat finden 200 Jugendliche eine zweite Heimat. Bauherr ist die Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH. Der Campus ist zudem der Inbegriff der Regionalität und der Nachhaltigkeit. Insgesamt wurden 25 Firmen beauftragt, davon 22 aus Tirol. Der Holzbau wird aus PEFC-zertifiziertem Holz errichtet, als Fassadenholz wird ausschließlich heimische Lärche eingesetzt. Der Beton stammt aus Jenbach, die Holz-Alufenster werden im Zillertal gefertigt, die Alufenster im Wipptal. Das Biomasseheizwerk Rotholz sorgt für Wärme. Ein eigenes Lebensmittelgeschäft in Zusammenarbeit mit der Firma Braunegger stellt die regionale Nahversorgung sicher. Der Großteil des Gebäudekomplexes, außer der Produktionsbauteil, wird nach dem Standard „klimaaktiv Gold“ errichtet.

 

Neuer Schulschwerpunkt Lebensmittel und Biotechnologie

Im September 2020 übersiedeln die Schüler der HBLFA Tirol von Kematen nach Rotholz. Gleichzeitig startet der neue Lehrgang „Lebensmittel- und Biotechnologie“. Besonders profitieren können die Schüler von dem in Westösterreich erstmals möglichen Zusammenwirken einer höheren Schule und einer Forschungseinrichtung, wie sie mit der Neukonzeption der HBLFA Tirol möglich wurde. Die HBLFA Tirol verfügt über die Abteilungen Chemie, Mikrobiologie und Hygiene, Technologie und Beratung sowie Kulturenproduktion und ist mit Hochschuleinrichtungen wie der Universität Innsbruck oder dem Management Center Innsbruck vernetzt.  

Der von den Architekten entworfene Gebäudekomplex gliedert sich in drei jeweils miteinander verbundene Baukörper. „Die Gebäude fügen sich in die Landschaft ein, wir holen die Natur herein und schaffen eine Verbindung zu den Bestandsgebäuden der LLA Rotholz“, erklärt der Kufsteiner Architekt Klaus Adamer das gestalterische Konzept.

Project owner BVW Bundesversuchswirtschaften GmbH
Architecture ARGE Architekten Adamer Ramsauer/BME Architektenn
Fotos: V+P/BM Forstner