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Bildungscampus Deutschordenstrasse

Wohlfühlen, lernen, spielen

 

Nach Plänen von Shibukawa Eder Architects wurde der neue Bildungscampus Deutschordenstrasse, der als PPP-Projekt organisiert wurde, errichtet. Vasko+Partner unterstützte diesmal gemeinsam mit den Architekten die ausgeklügelte Projektplanung vor allem in puncto Tragwerksplanung, Haustechnik, Elektrotechnik, Bauphysik, Brandschutz, Kostenermittlung und Projektmanagement.

Der neue Bildungscampus entstand auf einem rund 3,2 Hektar großen Areal. Das Grundstück befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Hütteldorf und grenzt nördlich an die Gleisanlagen der Westbahn. Im Osten ist eine Wohnbebauung mit ca. 450 Wohneinheiten vorgesehen. Insgesamt werden rund 12.000 Quadratmeter an Fläche zur Verfügung stehen. Die Freiflächen wurden neben den Spiel- und Sportanlagen als besonders grüne Bereiche gestaltet. Bäume, Sträucher und Gräser spenden Schatten und machen die Natur erfahrbar. Dafür sind unterschiedliche Sträucher- und Baumarten vorgesehen. Die vielfältige Bepflanzung in den jeweiligen Bereichen verleiht dem Areal eine besondere Struktur – so können gleichzeitig aktive, aber auch ruhige Zonen geschaffen werden.

Das Gebäude gliedert sich in fünf Geschosse und diese fungieren als eine Art Schallschutzmauer zum Bahngleiskörper. „Das Gebäude steht sehr nahe an der Westbahn, Menschen mit Hörbeeinträchtigungen empfinden gewisse Frequenzen sehr massiv – deshalb hatten wir hier in puncto Bauphysik, Schallschutz und Akustik besonders hohe Anforderungen zu erfüllen“, erläutert David Zalusinski von Vasko+Partner. Im Inneren sind alle Räumlichkeiten auf kurzem und einfachen Wege erreichbar: Um die Kommunikation zu unterstützen, sind die Speisesäle und Kreativbereiche um eine zentrale Erschließungsfläche angeordnet. Der Bildungscampus verfügt über einen 12-gruppigen Kindergarten, zwei Ganztagsschulen (Volksschule und Neue Mittelschule) mit insgesamt 29 Klassen, Räume für Sonderpädagogik und eine Musikschule sowie drei Turnsäle und eine großzügige Freifläche. Die Sportanlage steht außerhalb der Betriebszeiten des Bildungscampus auch den Bewohnern der Umgebung zur Verfügung.

 

Fossilfrei heizen und kühlen

 

Auch in puncto Gebäudetechnik ist der neue Bildungscampus ein weiteres Highlight der Bauten der Stadt Wien: Erdwärme und Bauteilaktivierung – trotz abgehängter Decke – sorgen für eine nahezu fossilfreie Beheizung und Kühlung und schaffen ein angenehmes Wohlfühlklima. Zum Heizen und Kühlen dient eine Wärmepumpenanlage mit einer maximalen Heizleistung von 375 kW. Geothermie bzw. Erdwärme wird als Wärmequelle für die Wärmepumpen genutzt. Im Winter wird dabei das Erdreich rund um das Sondenfeld (ca. 75 Sonden zu je 110 Meter) durch den Wärmeentzug abgekühlt. Die Lüftung war eine wesentliche Schnittstelle zur Bauphysik. Die hohen Anforderungen konnten hinsichtlich Lüftung und Schalldämmung/-dämpfung umgesetzt werden.

Um das Wärmepotenzial des Erdreichs nicht auf Dauer zu senken, ist im Sommer eine Regeneration vorgesehen. Die Regeneration erfolgt durch Aufwärmen des Erdreichs, d.h. die Geothermie dient als Wärmesenke. Der Nutzen dabei ist zum einen die langfristige Nutzung des Sondenfeldes durch ausgeglichene Lastfälle und, für den Nutzer relevant, die sommerliche Gebäudekühlung. „Es war die klare Vorgabe vom Bauherren, dass das Energiekonzept ausschließlich auf erneuerbare Energie aufbaut. Der Bauplatz war ideal, um Tiefensonden zu errichten und auch die aktive und passive solare Nutzung zu ermöglichen. Der Architekt ist hier besonders auf die Ansprüche der Haustechnik und auch auf die Bauphysik, im Zusammenhang mit der Haustechnik, eingegangen. Das hat letztlich für ein erfolgreiches Gelingen beigetragen, auch aufgrund der herausragend guten Zusammenarbeit mit allen zuständigen Magistratsabteilungen, insbesondere deshalb, da die Haustechnik viel Platz in Anspruch nimmt, der bisweilen ungern zur Verfügung gestellt wird“, erläutert Stefan Zisser, Gebäudetechnik-Verantwortlicher seitens Vasko+Partner. Durch Gebäudesimulationen konnten Optimierungspotentiale rasch erkannt werden – ohne Einbußen des Komforts und zugunsten der Investitionskosten

 

Bauherr Stadt Wien MA 19, MA 56, MA 13, MA 34
Generalkonsulent Vasko+Partner
Generalplaner Shibukawa Eder Architects, Vasko+Partner
Fotos: (c) tschinkerstern fotografie, (c) ÖSTU STETTIN