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Bildungscampus Plus Deutschordenstrasse

Miteinander und voneinander lernen

Nach Plänen von Shibukawa Eder Architects entsteht der neue Bildungscampus Plus Deutschordenstraße, der als PPP-Projekt organisiert ist. Vasko+Partner verstärkt das Planerteam als Generalplaner in puncto Tragwerksplanung, Haustechnik, Elektrotechnik, Bauphysik, Brandschutz, Kostenermittlung und Projektmanagement.

Der neue Bildungscampus wird auf einem rund 3,2 Hektar großen Areal errichtet. Die Fläche befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Hütteldorf und grenzt nördlich an die Gleisanlagen der Westbahn. Im Osten ist eine Wohnbebauung mit ca. 450 Wohneinheiten vorgesehen. Der neue Bildungscampus umfasst einen 12-gruppigen Kindergarten sowie zwei Ganztagsschulen – Volksschule und Neue Mittelschule – mit insgesamt 29 Klassen. Geplant sind ebenso Räume für Sonderpädagogik und eine Musikschule. Insgesamt werden rund 12.000 Quadratmeter an Raumfläche zur Verfügung stehen. Auch dieses Projekt folgt dem bereits bewährten Campus plus-Modell der Stadt Wien, erläutert Werner Schuster, Leiter des Kompetenzzentrums für soziale und kulturelle Infrastruktur in der Stadtbaudirektion Wien: „Kindergartengruppen und Schulklassen rücken dabei auf einer Ebene in ´Bildungsbereichen´ zusammen, nutzen gemeinsam unterschiedlichste Räume und verbringen den Tag gemeinsam.“ PPP ist für die Stadt Wien die richtige Form – wobei es weniger um die Finanzierung geht, sondern vor allem um die Abwicklung: „Mit einem kompetenten privaten Partner können wir uns als Stadt für die uns zugedachten Aufgaben konzentrieren – der Private übernimmt im Idealfall auch den Betrieb und die Erhaltung. Wir haben fix kalkulierbare Kosten – und das auch noch Maastricht-konform“, so Schuster.

Großzügier Freibereich

Bildungscampus Plus Deutschordenstraße ist als kompakter Baukörper geplant, mit einem großzügigen Freibereich, der Haupteingang wird sich an der Südseite befinden. Der Campus wird nach Norden hin differenzierter gestaltet. Die Bildungsbereiche sind paarweise in den Obergeschoßen angeordnet, vorgelagert sind jeweils auch große Terrassen. Die Architekten Misa Shibukawa und Raphael Eder erläutern ihr Konzept: „Wir haben einen einfachen, klaren, nach Süden terrassierten Baukörper entworfen, der sich zwei geschossig abtreppt.
Die Nordfassade erhält durch Einschnitte ihren dreidimensionalen mäanderartigen Charakter. Das Zentrum formiert sich um eine Terrassierung, die mit Speisesälen und Kreativbereichen die Kommunikation fördert. Die Einschnitte bieten Fassadenflächen an, über die eine von der Bahn abgewandt aus, direkte Belüftung ermöglicht.“ Das Gebäude wird in Stahlbeton Massivbauweise errichtet. Highlights des Projekts sind u. a. die Nutzung der Erdwärme, die Bauteilaktivierung, eine Luftbefeuchtung für die Musikschule und eine besondere Beleuchtung aufgrund des sonderpädagogischen Schwerpunktes.

Als besondere Herausforderung beschreibt David Zalusinski, Projektleiter-Stellvertreter Vasko+Partner, die Lage des Grundstückes und die geplante Nutzung: „Das Gebäude entsteht sehr nahe an der Westbahn, Menschen mit Hörbeeinträchtigungen empfinden gewisse Frequenzen sehr massiv – deshalb haben wir hier in puncto Bauphysik, Schallschutz und Akustik besonders hohe Anforderungen.“
Die Außenräume basieren auf dem Prinzip der bewegten Landschaft. In dieser nehmen die Räume unterschiedliche Charaktere an und verändern sich durch das gesamte Projekt. Mit Hilfe von Pflanzungen – Bäumen, Sträuchern und Gräsern – werden Bereiche geschaffen, die unterschiedlichen Nutzungen Platz bieten. Geländemodellierungen an mehreren Stellen unterstützen die Zonierung.

Bis 2022 soll der erste Bildungscampus im Westen Wiens fertiggestellt sein, bis 2023 wird es insgesamt 14 Schulen nach diesem Konzept geben.

Bauherr Stadt Wien MA 19, MA 56, MA 13, MA 34
Generalkonsulent Vasko+Partner (exklusive Architektur)
Architektur Shibukawa Eder Architects
Fotos: Schreinerkastler